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Vertikalbeschleunigungen auf einem Pkw-Anhänger

Während der Fahrt wirken vielfältige Massenträgheitskräfte auf die Ladung. Durch Anfahren, Bremsen und Kurvenfahrt entstehen Horizontalkräfte. Weiterhin können Vertikalkräfte herrschen, welche durch Befahren von schlechten Wegstrecken hervorgerufen werden. Diese Art der Kraft wird häufig unterschätzt. Bekannt ist, dass solche Vertikalkräfte zum Wandern der Ladung (Veränderung der örtlichen Lage auf der Ladefläche) führen können.

In einem Versuch konnte gezeigt werden, dass es bei einem offenen Anhänger durchaus aber auch  zum Ladungsverlust kommen kann. Der in nebenstehender Abbildung zu sehende Pkw-Anhänger wurde mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h über ein etwa 10 cm hohes Hindernis gefahren.

Auf der Ladefläche befand sich eine ungesicherte Holzpalette. Die durch die Palette ausgeführte Bewegung wurde mit einer Videokamera festgehalten.

Man erkennt, dass die Palette bereits die Oberkante der 35 cm hohen Bordwand erreicht hat. Wäre Ladung bis zur Oberkante der Ladebordwand gestapelt gewesen, so hätte es trotz Formschluss zu den Seiten zum Ladungsverlust kommen können.

Demzufolge kann bereits das Überfahren eines Bordsteins (z.B. im Inneren eines Kreisels) mit dem kurveninneren Rad eines Anhängers im niedrigen Geschwindigkeitsbereich zum Verlust der Ladung führen, obwohl Formschluss vorliegt. Auch in der VDI-Richtlinie 2700 finden Vertikalkräfte Berücksichtigung. In Blatt 15 heißt es zum Beispiel, dass Antirutschmatten nur dann ihren Zweck erfüllen können, wenn zusätzliche Maßnahmen getroffen wurden, die den Kontakt der Reibungspartner (Ladung/Ladefläche) garantieren. Damit ist in der Regel eine geeignete Niederzurrung gemeint.